



Mitglieder der Briefmarkenfreunde Leer besuchten das Fernmeldemuseum in Leer.
Durch einen Bericht in der Ostfriesen-Zeitung waren die Briefmarkenfreunde Leer auf das Fernmeldemuseum in der Bavinkstraße in Leer aufmerksam geworden. Nach einer Terminvereinbarung mit dem Trägerverein fand sich schnell eine größere Gruppe, die das Museum Anfang September besuchte.
Was es unter dem Dach des früheren Fernmeldegebäudes in der Bavinkstraße zu sehen gibt, ist wirklich beeindruckend. Chronologisch beginnen die Ausstellungsstücke mit dem ersten Telegrafen-Seekabel von Europa nach Amerika. Dabei spielten Emden und das Fernmeldeamt in Leer schon Mitte des 18. Jahrhunderts eine große Rolle und waren eine wichtige Schaltstelle in der Telegrafenverbindung von Nordamerika bis Persien. Ein Stück Seekabel aus dem 18. Jahrhundert wird in Leer aufbewahrt, ein eher dünner Metalldraht mit einer mächtigen Isolierung gegen das aggressive Salzwasser.
Der Schwerpunkt des Museums liegt bei den Telefonverbindungen im 20. Jahrhundert. Hier gibt es alle möglichen Telefone von der kaiserlichen Reichspost über die Deutsche Bundespost bis zur Telekom. Besonders sehenswert ist ein provisorisches Telefon von 1945, das aus Teekistenholz und verschiedenen Bauteilen aus mehreren Ländern zusammengebaut wurde. Nach der mühsamen Herstellung musste es der Post übereignet werden, die es dem Teilnehmer wieder zur Verfügung stellte. Nur so konnte der Landwirt im Rheiderland damals an ein Telefon kommen, bezahlt wurde das ganze nicht in Geld, sondern in begehrten Lebensmitteln.
Interessant ist, wie ganz früher Telefongespräche vermittelt wurden. Das Fräulein vom Amt musste die Anrufe entgegennehmen und mit der Hand die Verbindung zum Empfänger stöpseln. Für diese Arbeiten wurden nur Frauen beschäftigt. Sie mussten einen guten Leumund haben und unverheiratet sein. Trat mit einer Heirat ein Ernährer in das Leben der Telefonistin, endete das Beschäftigungsverhältnis. Die Arbeit des Fräuleins vom Amt wird in dem Museum anschaulich dargestellt. Es gab sie nicht nur in Leer, sondern auch z.B. in Weener, wie ein altes Foto zeigt. Auch die spätere Selbstwähl-Vermittlung wird gezeigt, und alles funktioniert sogar noch.
Auch alle erdenklichen Designertelefone werden in dem Fernmeldeamts gezeigt. Es gibt Nachbauten alter Telefone aus der Anfangszeit, edle Telefone aus Marmor und Mahagoni, aber auch eine Mickymaus als Telefon. Zu Anfang konnten diese besonderen Telefone nur gemietet werden, später wurden sie auch an die Telefonkunden verkauft.
Das sind nur einige Exponate, die es im Fernmeldemuseum in Leer zu sehen gibt. Es ist unmöglich, hier die ganze Vielfalt aufzuzählen. Ein Besuch nach Terminvereinbarung mit dem Trägerverein lohnt sich auf jeden Fall.



